reflections

Eine Reise in eine andere Welt, dennoch dieselbe Welt.

Schon als Kind bin ich oft mit meiner Familie gereist. Wir waren mal in Ungarn, Dänemark, Italien, Kroatien auch auf Ibiza. Eines Tages, als ich in der Schule war, schrieb mir meine Schwester, dass ich die Möglichkeit hätte, mit auf die Philippinen zu fliegen. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich ehrlich gesagt nicht mal wo diese sich genau befinden. Als ich Zuhause war sah ich nach und konnte meinen eigenen Augen nicht glauben. Wir sind nie auf andere Kontinente geflogen, wir sind immer in Europa geblieben. Trotzdem wollte ich mir das nicht entgehen lassen, also war der nächste Schritt meine Mutter zu überreden (aufgrund der Trennung kam sie nicht mit, musste allerdings einen Teil für mich zählen, da ich zu dem Zeitpunkt 16 war). Ich konnte es selbst kaum glauben, ich durfte mit fliegen. Zwar hatte das alles noch 10 Monate Zeit, aber ich konnte es kaum erwarten. Wir planten bereits den Urlaub, und wie sich herausstellte, handelte es sich nicht um ein Hotel in einer Touristen Gegend. Ganz im Gegenteil. Mein Vater hatte einen Freund, der sich zusammen mit seiner philippinischen Frau ein Haus gebaut hatte, mitten in einem kleinen Dorf, wo sogar Autos eine Seltenheit waren. Die Reise kam näher und kam näher. Wir flogen im Dezember. Eingefroren stehen wir am Bahnhof in unserem kleinen Dörfchen, und warten auf den frühesten Zug. Als er endlich erschien ging die Reise mit dem Zug nach Frankfurt zum Flughafen. Endlich am Flughafen. Das heißt, einschicken, einsteigen, sich nochmal schnell die Füße vertreten und los. Ein 10 stündiger Flug nach Shanghai. Angekommen in Shanghai. Wir hatten nun 18 Stunden Zeit. Wir durften sogar in die Stadt hinein, trotz der Tatsache, dass wir kein Visum hatten. Die Stadt war riesig. Die Stadt war lebendig. So hohe Wolkenkratzer. So viele Geräusche, unglaublich. Kaum zu vergleichen mit Berlin oder Hamburg. Die Leute waren teilweise so schnell unterwegs, dass sie einen gar nicht bemerkten. Man konnte sich ihnen in den Weg stellen und sie würden einen überrennen. Jedoch nicht alle. Für viele Asiaten ist es eine Seltenheit Europäer zu sehen. Das heißt es wurden Fotos ohne ende gemacht. Das erste mal fühlte ich mich von Kameras "umgeben". Ob ich nun eine Treppe herunter lief, oder einfach bloß durch die Stadt schlenderte. Sogar ein Radioteam hielt uns das Mikrofon hin, damit wir zusammen "Happy new year" sagten. Nach diesem Flug hatte man erstmal Hunger, also begaben wir uns in der riesigen Stadt auf der Suche nach Essen. Angekommen in einem sehr großen Laden, wo man Gewürze, traditionelles Essen aller Art, abgepackt in Türchen, und sonst alles mögliche kaufen konnte. Wir suchten darin nach einem Restaurant. Gesucht, gefunden. Nachdem wir alle unser Essen ausgewählt hatten, kam die Kellnerin und brachte jeden von uns eine Schale voll mit getrübtem Wasser. Wir alle fragten uns "wofür?", eine meiner Schwestern meinte "zum Hände sauber machen. Ich denke da wird irgendwas drin sein, womit wir uns die Hände nach dem essen, oder auch jetzt sauber machen können." Fest davon überzeugt, ging sie mit den Händen in die Schale um sie sich zu reinigen. Der Blick von den Tischnachbarn - unbezahlbar. Als die Kellnerin das Essen brachte, fragten wir gelegentlich wofür diese Schale mit Wasser denn sei. Diese antwortete daraufhin, dass das Wasser zum Trinken ist. Also, Lektion 1 : Erst fragen bevor man handelt. Dann ist man auf der sicheren Seite.

3.7.15 07:15

Letzte Einträge: Die Reise geht weiter., Von Guangzhou nach Manila - wir kommen dem Ziel näher! , Was die Philippinen ausmacht... , Erkundung der Umgebung - "Tobacco - Legazpi"

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